Im Bundesliga-Auswärtsspiel am Samstagnachmittag bei Bayer 04 Leverkusen geht der 1. FC Heidenheim 1846 überraschend mit 2:0 in Führung. Doch die Gastgeber drehten die Partie mit ihrer Klasse schnell und siegten letztlich mit 5:2 (2:2).
Nach der Länderspielpause veränderte Cheftrainer Frank Schmidt seine Startformation insgesamt zweimal: Statt Léo Scienza und Paul Wanner, die beide auf der Bank Platz nahmen, begannen Lennard Maloney und Adrian Beck in der BayArena. Paul Wanner hatte im Länderspiel der deutschen U-21-Nationalmannschaft gegen Dänemark (3:0) einen Schlag in den Rücken abbekommen und war deshalb vorzeitig vom DFB nach Heidenheim gereist.
Die Devise war klar, zunächst einmal galt es gegen den amtierenden Deutschen Meister für Stabilität zu sorgen, der aber im Spiel nicht lang brauchte, um gefährlich zu werden. Granit Xhaka setzte aus gut 20 Metern nach nur vier Zeigerumdrehungen einen ersten knappen Warnschuss in Richtung Kevin Müller ab, ehe Florian Wirtz Jeremy Frimpong im Strafraum bediente, wo dieser aus kurzer Distanz den Ball nur knapp verpasste. Nach einer kurzen Behandlungspause Frimpongs tauchte der FCH dann daraufhin erstmals im Leverkusener Strafraum auf und erzielte wenig später die frühe Führung: Bei einem Einwurf für die Werkself nahe der Eckfahne eroberte Marvin Pieringer die Kugel gegen Hincapie. Am Fünfmeterraum spielte er in die Mitte, wo Niklas Dorsch (10.) aus rund acht Metern zum 1:0 in die Maschen drosch!
Die Rheinländer waren merklich überrascht von diesem Treffer und versuchten über dominanten Ballbesitz den Weg in den Heidenheimer Strafraum zu finden, was aber erstmal nicht gelang. Die Rot-Blau-Weißen standen defensiv geordnet und waren engagiert in den Zweikämpfen. Für Bayer 04 war noch kein Durchkommen, im Gegensatz zum FCH bzw. Mathias Honsak in der 21. Minute. Nach einer Ablage von Niklas Dorsch auf der linken Seite zog der Österreicher in den Strafraum, wo er zwischen Jonathan Tah und Granit Xhaka hindurch dribbelte und den Ball an Lukáš Hrádecký vorbei bugsierte – 2:0!
Was für ein Auftakt für den FCH, der bis zu diesem Zeitpunkt in dieser Partie extrem Effizienz war. Doch nach knapp einer halben Stunde folgten dann gleich mehrere bittere Situationen binnen weniger Minuten. Zunächst musste Marvin Pieringer, nachdem er ohne Gegnereinwirkung am Rasen hängen geblieben war, verletzt vom Feld (Paul Wanner ersetzte ihn). Dann feuerten die Leverkusener ein regelrechtes Offensiv-Feuerwerk ab, das kaum mehr enden sollte. Ein Tapsoba-Distanzschuss (27.) landete dabei zwar noch am Pfosten, dafür erspielten sich die Gastgeber daraufhin den schnellen 2:2-Ausgleich. Ein gedankenschneller Abschluss aus der Drehung von Exequiel Palacios (30.) und ein Lupfer von Patrick Schick (32.) egalisierten die Heidenheimer Führung somit schon wieder. Daraufhin mussten sich die FCH Profis erstmal kurz schüttelten, stabilisierten sich aber noch vor der Pause wieder etwas. Kevin Müller parierte in der 40. Minute noch einen Abschluss aus spitzem Winkel von Patrick Schick. Mit dem 2:2 ging es dann für beide Teams in die Kabinen.
Ohne weitere Wechsel auf beiden Seiten startete der zweite Durchgang. Bayer 04 setzte den FCH aber sofort weiter unter Druck. Nach einem Ballverlust in der Heidenheimer Hälfte schlenzte Florian Witz (50.) den Ball dabei ans rechte Toreck und spielte wenig später seine individuelle Klasse eiskalt aus. Vom rechten Strafraumrand brachte der deutsche Nationalspieler einen Pass an den Fünfmeterraum, wo er in Patrick Schick (52.) einen Abnehmer zur 3:2-Führung für die Hausherren fand. Auf den Rückstand reagierte Frank Schmidt als rund eine Stunde absolviert war mit einem Dreifach-Wechsel. Mikkel Kaufmann, Léo Scienza und Sirlord Conteh kamen von der Bank für Mathias Honsak, Niklas Dorsch sowie Adrian Beck.
Bayer Leverkusen ließ in der Folge unverändert stark den Ball durch die eigenen Reihen laufen. Der FCH wiederum lauerte auf Konter und Unsauberkeiten der Werkself – wie es in der 69. Minute ausnahmsweise mal der Fall war. Der steil geschickte Sirlord Conteh kam in dieser Szene zentral aus 15 Metern zum Abschluss. Hincapie ging dabei mit Risiko noch entscheidend dazwischen. Dennoch rauschte der Ball am Ende nur äußerst knapp am linken Pfosten vorbei. Doch fast im Gegenzug fingen sich die Heidenheimer den vierten Treffer. Arthur hatte rechts im Strafraum zu viel Platz und chippte den Ball mit viel Gefühl auf den zweiten Pfosten, wo der einlaufende Patrick Schick (71.) aus kurzer Distanz per Kopf nur noch einnicken musste.
Damit war die Partie vorentschieden. Bayer ließ anschließend den Ball weiter munter durch die eigenen Reihen laufen und kam durch den allzu freistehenden Xhaka noch durch ein weiteres sehenswertes Tor zum 5:2-Endstand (82.).
Jetzt heißt es schnell Mund abputzen und weiter geht’s für unsere Mannschaft. Denn bereits am kommenden Donnerstag (18:45 Uhr) wartet die nächste große Herausforderung in der UEFA Conference League. Dann ist der zweifache Champions League-Sieger FC Chelsea zu Gast beim 1. FC Heidenheim 1846.
Statistik zum Spiel
Bayer 04 Leverkusen: Hrádecký – Tapsoba, Tah, Hincapie – Xhaka, Frimpong (45. Tella), Palacios (77. Andrich), Aleix Garcia (69. Arthur), Grimaldo – Wirtz (77. Terrier), Schick
FCH: Müller – Traoré, Mainka, Gimber, Föhrenbach – Dorsch (62. Scienza), Maloney – Beck (62. Conteh), Schöppner, Honsak (62. Kaufmann) – Pieringer (28. Wanner)
Tore: 0:1 Dorsch (10.), 0:2 Honsak (21.), 1:2 Palacios (30.), 2:2 Schick (32.), 3:2 Schick (52.), 4:2 Schick (71.), 5:2 Xhaka (82.)
Gelbe Karten: – / –
Schiedsrichter: Bastian Dankert (Rostock)
Zuschauer: 29.103 (Bay-Arena)